Heute Nacht

gehts nach Sofia! Mit Zug und Kind und Kegel. Wir freuen uns schon sehr auf diesen kleinen Ausflug.

so so soon

komischer Tag

Nach viel Besuch und viel Action muss ich doch mal was zu dem Tag gestern sagen.
So ein absurder Abend der Greusslichkeiten!

1. Schwarz-gelb, also schwarz ist ja schon schlimm,gruselig, aber WESTERWELLE Vizekanzler, ist ja zum Auswandern!

2. Sass ganz friedlich auf dem Balkon, schaue neben mir an die Wand, an der ich lehne und da laeuft ein SKORPION lang (pictures soon)

3. Die Katze hat teilverdaute Fischinnerein neben den gedeckten Abendbrottisch gekotzt (und dabei auch die Gardine getroffen und danach im Flur weiter gekotzt waehrend wir Fisch (ohne besagte Innereien) gegessen haben.

Und das alles innerhalb derselben zwei Stunden. Brrrbaeh!

bilderflut

ja, es hat schon geregnet, auch ganz schoen stark. aber mehr auch nicht.
gestern war ich in von dem gebiet, aus dem die vielen bilder von reissenden fluten über autobahnen stammen, so vielleicht 2-5 km entfernt. das war schon ganz schoen weit draussen, so etwa beim flughafen. dort war von katastrophe nicht ein spur, nicht mal irgendwo angeschwemmter muell, wie er ja so oft von vergangenen wassermassen zeugt. waeren nicht die vielen besorgten anrufe von angehoerigen und angehoerigen von freunden gewesen, wir waere uns die flut, auch aufgrund unserer weitgehenden medienabstinenz, glatt entgangen. nur ein paar hubschrauberfluege waren zu sehen und das wasser im halic war ein wenig schmutziger als sonst.

Wegen

Wir haben zur Zeit viel Besuch und kaum Zeit mal in Ruhe am Rechner zu sitzen. Dafuer ist das Leben aufregend und turbulent. Wir verbringen viel Zeit auf unserem Lieblingsspielplatz und mit Tee trinken, geniessen das Leben und sind ab und an gestresst.

Wir waren unter anderem auch in der blauen Moschee (die gegenueber der Aya Sofia)

poğaça

man kann geteilter meinung darüber sein, ob es sinnvoller ist, altholz lieber einzusammeln, an zentrale orte zu bringen und in müllverbrennungsanlagen bei hoher hitze so zu verbrennen, dass der lack möglichst rückstandsfrei verbrennt und dafür neues holz in die stadt zu karren, um dort öfen zu betreiben, damit man im winter nicht frieren muss, als lieber die alten lackierten sachen an ort und stelle zu zerkleinern und zu verheizen. zweiteres ist auf jeden fall ökonomischer, evtl. – da sind genaue ökobilanzen aufwendig – auch ökologischer.

wenn es jedoch ein poğaçabäcker ist, der türen zu brennholz verarbeitet, dann bin ich doch skeptisch. wenn ich mir die türteile in einem holzbackofen vorstelle, wie sie gemächlich vor sich hinschwelen und eben nicht nur hitze, sondern auch allerlei lackverbrennungsprodukte an die poğaça abgeben, dann finde ich das doch wenig appetitlich. ein glück, dass es ohnehin nicht die besten und frischesten poğaça der stadt sind, so dass es mir nicht so schwer fällt, auf diese zu verzichten.

Kınalıada

Zur Zeit ist es hier sehr heiss und deswegen haben wir beschlossen, auf die Inseln zu fahren. Diesmal aber eine, die ich noch nicht kannte, da kamen dann nur noch die erste und die dritte von der Faehre angefahrene Insel in Frage. Kınalıada sah dann auf den ersten Blick sehr schoen aus und deswegen sind wir dort ausgestiegen. Sie ist viel kleiner als Büyükada und auch gemuetlicher. Im Winter ist dort wahrscheinlich niemand, aber an einem Freitag im Sommer ist sie ein sehr entspanntes Ziel. Es gibt tatsaechlich nicht allzu viele Baeume dort, Feigen konnte ich also keine pfluecken, obwohl ich das doch dringend vor habe.
Ansonsten ist der oeffentliche Strand sehr steinig und die Wellen waren sehr hoch. Schade, dass wir kein Badezeug dabei hatten. Allerdings ist dort den Nichtschwimmern das Schwimmen verboten und es war Schnuppi sowieso schon schwer vermittelbar, dass das Wasser ohne uns nicht erlaubt ist. Und das Wasser ist aber auch toll. Es wird sehr schnell tief und man muss nur ein paar Schritte gehen, schon hat einen eine hohe Welle gepackt und versucht einen mit sich zu ziehen. Ja, es laesst sich nicht leugnen, dass ich nicht wenigstens doch mal mit dem Zeh… ach ich konnte Schnuppi ja verstehen!

Dann gab es ja noch die obligatorische Schiffahrt, auf der man langsam Teile dieser enorm grossen Stadt an sich vorbei ziehen sieht. Es macht fast den Eindruck als wuerde sich ein Haeuserwurm am Meer entlangschlaengeln.

Jetzt sind wir alle unheimlich muede und ein bisschen vom taeglichen Kampf gegen die Autos erholt. Denn auch auf Kınalıada gibt es, wie auf allen Prinzessineninseln, keine solchen. Ausser natuerlich der Muellabfuhr, der Feuerwehr etc pp. Sogar die Polizei ist dort mit dem Fahrrad unterwegs, was fuer Istanbuler Verhaeltnisse schon erstaunlich ist.

Ikea

Gestern haben wir einen Ausflug zu Ikea gemacht. Inzwischen hat hier schon die zweite Filiale aufgemacht. Eine ist auf der anatolischen Seite, die haben wir vor 2 Jahren mal besichtigt. Gestern waren wir in dem neuen Ikea auf der europaeischen Seite. Zuerst kommt man an einer in Bau befindlichen Metrostation an. Die wird richtig nobel, schliesslich ist sie das oeffentliche Verkehrstor fuer etwas, das sich Istanbul Forum nennt. Bauhaus ist schon da, Praktiker auch und unvermeidlich: Carrefour. Aber wenn man das mit einem gewoehnlichen Einkaufszentrum a la Elbepark vergleicht… nein, das passt nicht! Das Gelaende ist RIESIG, und damit habe ich nicht mal annaehernd die Dimension umrissen. Dort entsteht ein Einkaufsstadtviertel. Bestimmt eines der groessten Einkaufszentren Europas.
Sogar Ikea ist dort groesser. Aber immerhin blau-gelb wie immer. Schon der Weg da hin ist abenteuerlich. Normalerweise soll man das Einkaufsviertel durchqueren und dann ueber eine Bruecke Ikea betreten, wenn man mit der Metro anreist zumindest. Eigentlich kommen ja doch alle mit dem Auto, also die, die was auf sich halten, zumindest.
Dieser Weg ist aber noch nicht fertig, also schlaengelt man sich die Autoeinfahrt entlang. Dort sitzen die ueblichen Pause machenden Arbeiter ueberall auf dem schmalen Fussweg. Man laeuft dann auch fast 10 Minuten, bis man in der Tiefgarage ankommt und dann durch einen Hintereingang die blaue Glitzerwelt betritt.
Drinnen: Was sofort auffaellt, ist dass die Vorzeige So-ist-meine-kleine-Wohnung-mit-Ikea-Einrichtungen sehr viel unordentlicher sind als in Deutschland. Da sind in den Zeitungsstaendern lose Zeitungen eingeworfen. In er Kueche befindet sich nicht einsortiertes Besteck und in irgendwelchen bunten Boxen im Bad findet man nicht zusammengelegte Handtuecher. Man hat mehr den Eindruck, ja da wohnt jemand. Ob das so Deko ist, oder ob dieser belebte Eindruck von den Besuchern hinterlasen wird, ist uns nicht klar geworden.
Wir waren nicht grundlos bei Ikea. Wir haben ein Moebelstueck gesucht, das wir schon zweimal von Ikea gekauft haben (Na wer weiss, was wir gesucht haben?). Dieses gibt es normalerweise in drei Farben: rot, blau und weiss. Normalerweise ist fuer den Preis die Farbe egal, nicht so hier. Die farbigen Varianten kosten glatt 10 YTL mehr, als ihr weisser unscheinbarer Zwilling.
Die wichtigste Frage: Es gibt kein Schnitzel, aber Hotdog. Aber so einen lieblosen Hotdog habe ich noch nie gesehen. Ein suesses laengliches Broetchen umschliesst ein Gefluegelwuerstchen. Dazu Senf, Ketchup,Majo. Sonst nichts. Keine Zwiebel, keine Gurke – absolut lieblos und laberig.

Na ja das waeren so die einpraegsamsten Erinnerungen, ich habe erst mal Hunger. Wir haben uns dann auch bald auf den Rueckweg gemacht und waren erstaunt, dass wir doch einen richtigen Tagesausflug hinter uns hatten.

Ach ja Siyah: wusstest du, dass du zu Ramazan hier bist?

Gewissensfrage

ich hätte da mal eine frage an Herrn Erlinger:
Schnuppi bekommt am laufenden band sachen geschenkt, bälle, spielzeug vor allem aber süssigkeiten und junkfood. viel mehr, als ich denke, er kann und sollte das essen. schon im allgemeinen habe ich gelernt, vorsichtig zu sein, mit sich beschenken zu lassen, tatsächlich wird erwrtet, dass man ein paar mal ablehnt, bevor man ein angebotenes geschenk annimmt. ich habe diese sitte nie besonders ernst genommen, weil ich es albern finde und ich denke, dass die leute damit klar kommen muessen, dass ich da als ausländer andere handlungsmuster habe, oder nicht als ausländer, am ende muss man halt damit rechnen, dass jemand etwas annimmt, was ihm angeboten wird.
aber ohnehin würde das ja gar nicht funktionieren, weil schnuppi bekommt die sachen direkt in die hand und gibts halt einfach nicht mehr her und tränen und geschrei will ich ja auch nicht riskieren. manchmal versuche ich die leute zur vernunft zu bekommen und sage, das ist ganz schön viel zucker oder salz oder was auch immer, warum ich denke, dass schnuppi nicht zu viel davon essen sollte. aber das hat selten erfolg.
also sage ich brav danke, sehr freundlich und freue mich schon darauf, dass ich schokolade habe, wenn schnuppi schläft.
nun also die frage: ist das nun moralisch in ordnung? oder sollte ich meine vorstellungen, was nun gut für schnuppi ist, nicht zu absolut nehmen? er isst ja genauso gerne schoki, wie ich. und darf ich die schenkenden in dem glauben lassen, schnuppi würde all das essen, was er den tag über so einsammelt?
fragen über fragen also, für hinweise bin ich dankbar.

tourismus

nennen wir ihn ahmed. ahmed arbeitet nachts in einer security, tagsüber schließt er gegen ein trinkgeld touristen die tür auf, die auf das dach einer alten karavanserei führt.

wie alt weiss laut ahmed niemand, älter jedenfalls als die osmanen und als istanbul byzanz war, war dieses gebäude auch schon alt, schon römische und griechische archive würden von diesem alten handelszentrum schwärmen. auch sonst ist ahmed um keine antwort verlegen, fragt man nach hintergrundinformationen.

noch vor wenigen jahren war der ort ein echter geheimtip. damals wurde in den gemäuern noch mit uralten maschinen stoff hergestellt. wer sich bis in die manufaktoren verirrte, konnte gegen ein zwei lira die tür öffnen lassen, die zu einer steinernen treppe auf das dach führte. heutzutage werden die touristen schon auf den strassen eminönüs angesprochen und bevölkern die kuppeln.

auch wenn also sich das geschäft langsam professionalisiert, der ausblick ist einfach einmalig. wir könnn euch die blider einfach nicht vorenthalten.

wer uns also besuchen kommt, kann gerne ahmed kennenlernen und mit uns eine expedition unternehmen.